
In diesen Blogpost:
Auf meiner Suche nach einem Lightroom-Ersatz
Auf meiner Suche nach einem Ersatz für Lightroom und Adobe-Produkte im Allgemeinen tauchte ein Programm immer wieder auf: Luminar Neo.
Luminar ist ein Bildeditor sowie ein Werkzeug zur Bildorganisation, das aus der Ukraine stammt. Heutzutage wird es stark als Lightroom-Alternative vermarktet und konzentriert sich sehr auf Ki-Tools, starke Bearbeiten und Aufpeppen von Bildern.
Als Test und Vergleich zu Photoshop und Lightroom bewerte ich meine Kandidaten nach ihren Bearbeitungsmöglichkeiten, ihren Organisationsfunktionen, ihrer Geschwindigkeit und ihrem Interface. Außerdem danach, wie viel Spaß ich mit dem Programm hatte und wie leicht ich mich zurechtgefunden habe.
Falls du wissen willst, warum ich überhaupt von Adobe und Lightroom weggehe, findest du den Blogartikel hier.
Interface und Organisation

Skylum – Luminar Neo.
Wenn man mit dem Interface und dem Organisationsbereich von Luminar Neo beginnt, fällt als Erstes das sehr einfache und fast schon saubere Design auf. Wir reden hier von einem grundlegenden Bildverwaltungswerkzeug, einem automatischen Filter-Tab, der die meiste Arbeit für dich übernimmt, und einem tieferen Details-Tab oder Modul, in dem du bestimmte Anpassungen feinjustieren kannst.
Auffällig ist, wie einfach und intuitiv das gesamte Interface ist. Selbst wenn du komplett neu bist, weißt du innerhalb der ersten Stunde, wo du was findest.
Luminar Neo setzt außerdem stark auf KI-Funktionen, besonders beim Austausch des Himmels. Im Ernst, es gibt so unfassbar viele Himmels-Optionen, und noch mehr findest du später in zusätzlicher Software oder Preset-Paketen.

Man kann vieles machen, ob man das sollte ist eine andere Frage. © Skylum – Luminar Neo.
Was das Interface angeht: Luminar Neo ist definitiv ziemlich gut. Ich würde es den anfängerfreundlichsten Fotoeditor nennen, den ich bisher benutzt habe.
Vor sechs Jahren, als ich mit intensiverer Fotografie angefangen habe, wäre Luminar wahrscheinlich mein Traumeditor gewesen. Es hätte alles gehabt, was ich mir damals gewünscht hätte: starke Filter, viele Presets und sehr einfache KI-Werkzeuge, um praktisch jedes Bild aufzuhübschen.
Editing: Das eigentliche Fleisch
Beim eigentlichen Kern, der Bildbearbeitung, bleibt Luminar Neo sehr basic und es fehlen viele grundlegende Funktionen, die ich als Fotograf im Alltag ständig brauche.
Der starke Fokus auf KI hätte mich vor sechs Jahren extrem abgeholt. Aber heute, wo ich einen natürlicheren Look bevorzuge, gibt mir das kaum etwas. Vor allem, weil wir derzeit mit so vielen KI-Bildern überflutet werden, dass ich persönlich glaube, dass Menschen natürliche Fotos wieder mehr schätzen werden.
Ein weiterer Punkt, der mich stöhrt: die Filter und Presets. Luminar Neo fühlt sich an wie ein Computerspiel, das du sehr günstig gekauft hast:
Preislich liegt es übrigens bei etwa 60 Euro, als Standalone-Version mit einem Jahr KI-Inhalten. Danach brauchst du ein Abo oder eine neue Version, um die KI weiter nutzen zu können, aber die nicht-KI-Funktionen bleiben erhalten. Preislich also eigentlich fair.

Ziemlich einfach zu benutzen, Objektentfernung. © Skylum – Luminar Neo.
Zurück zum Spiel-Vergleich: Du kaufst ein Game, das dir ständig diese Karotte vor die Nase hält, wie viele tolle DLCs es gibt. Im Luminars Fall sind DLCs neue Presets, mehr Himmel zum Austauschen, Filter von Profi-FotografInnen, etc..
Und du wirst diese DLCs brauchen, je vertrauter du mit dem Editor wirst, denn abseits der generativen KI, gibt es gar nicht so viel Tiefgang.
Ich frage mich ernsthaft, womit Luminar mehr verdient: mit dem Editor selbst oder den Preset-Paketen.
Wenn du Lightroom gewohnt bist, vor allem Lightroom Classic, weißt du, wie einfach und spaßig es ist, eigene Presets zu erstellen, zu importieren, zu exportieren und gekaufte Presets fein abzustimmen/einen persönlichen Touch zu verleihen.
Luminar Neo erlaubt technisch gesehen das Erstellen von Presets über den Ordner-Editor, aber die Feineinstellungen sind so begrenzt, dass es sich kaum lohnt.
Und hier wird es kritisch:
Um wirklich effektive Luminar-Filter oder Presets zu bauen, musst du sie im Grunde in Lightroom Classic erstellen, Luminar Neo kann übrigens genau von diesen als Add-on bzw. Erweiterung genutzt werden.
Wenn man diese Abhängigkeit kennt, verliert das ganze Konzept „Lightroom-Ersatz“ natürlich sofort an Relevanz.
Workflow, Performance und Farbwerkzeuge
In Luminar Neo habe ich fast ausschließlich RAW-Dateien bearbeitet, keine JPEGs, und es lief trotzdem flüssig. Was Import-Workflow und Culling-Speed angeht, würde ich es als moderat einstufen. Dieses Programm wurde nicht dafür gebaut, große Mengen an Bildern in Serie zu bearbeiten.
Es ist klar auf Einzelbilder ausgelegt, und da ist es wirklich gut.
Farbkorrektur ist, wie schon angedeutet, eher mittelmäßig.
Sie ist da, man kommt klar, aber erwarte nicht die präzise Kontrolle, die du aus Lightroom Classic kennst.
Auch die Exportoptionen und Farbprofile sind eingeschränkter, dürften allerdings für die meisten NutzerInnen völlig ausreichen.

Beim Arbeiten mit Ebenen und Maskierung liefert Luminar Neo eine solide Erfahrung. Gesichter und Hintergründe werden genau erkannt, und du bekommst eine Reihe an Bearbeitungsmöglichkeiten und vorgeschlagene Filter für das jeweilige Element. Ebenen werden automatisch erstellt.
Es wird nie allzu tief, kompliziert oder subtil in der Bearbeitung.
Das macht alles einfach, aber lädt eben zum Überbearbeiten ein.
Hätte ich dieses Programm vor sechs Jahren gehabt, hätten 90 % meiner Bilder garantiert komplett nach KI-Generator ausgesehen und ich hätte es gefeiert.
Katalogverwaltung
Zwar enthält die App eine Bilderverwaltung, mithalten mit Lightroom Classic kann diese allerdings nicht:
Die Übersicht ist begrenzt, Metadatenbearbeitung ist umständlich, und das Bearbeiten mehrerer Bilder gleichzeitig ist zwar möglich, aber ganz klar nicht das, wofür dieses Programm gedacht ist.
Aber: Luminar Neo bietet etwas, das nicht jeder Lightroom-Ersatz hat.
Eine Mobile App und — solange du ein Abo hast — Cloud-Speicher, in den du Bilder direkt hochladen kannst. Für Leute, die unterwegs schnell Bilder bearbeiten müssen, ist das ein dickes Plus.
Für mich persönlich ist das nicht entscheidend, aber ich sehe absolut, warum andere das zu schätzen wissen werden.
Leistungstechnisch kann ich mich kaum beschweren.
Die KI-Tools können langsam wirken, aber das ist momentan bei fast allen AI-Bildtools so, selbst bei dem vergleichsweise teuren Photoshop (und ich sage hier bewusst nicht „wertigen“).
Exportzeiten von Bildern sind auch solide, Änderungen erscheinen in Echtzeit, und ich hatte keine Abstürze während meiner Zeit mit der Software.
Da Luminar Neo kaum Hintergrundprozesse wie Gesichtserkennung oder automatische Tagging-Systeme hat, überrascht es mich auch nicht, dass es stabiler läuft als manch andere Software.
Fazit
Luminar Neo ist für mich kein Adobe-Ersatz.
Ich sehe es als sehr soliden Einsteiger-Editor. Die KI-Tools sind einfach und verständlich.
Das Preismodell ist fair genug. Du bekommst sogar eine Handy-App für schnelle Unterwegs-Edits.
Das Abo-Modell für die KI-Funktionen nach dem ersten Jahr ist ein bisschen seltsam, aber 60 Euro sind trotzdem ein guter Deal, wenn du genau sowas suchst.
Wenn du Landschaftsfotografie liebst, starke Bearbeitungen magst und viel mobil arbeitest, zum Beispiel auf einem iPad, würde ich Luminar Neo auf jeden Fall empfehlen. Als Profi werde ich mir in den nächsten Blogposts jedoch besser geeignete Software anschauen.
Luminar Neo vs. Lightroom
Vergleich zwischen Luminar Neo und Lightroom Classic:
Bearbeitungstiefe: Lightroom gewinnt eindeutig. Luminar Neo macht Spaß und ist schnell, verfügt jedoch nicht über professionelle Werkzeuge.
Voreinstellungen und Filter: Lightroom ermöglicht die vollständige Anpassung und den Export/Import von Voreinstellungen, während Luminar Neo eingeschränkt ist und für erweiterte Voreinstellungen etwas von Lightroom abhängig ist.
Katalogverwaltung: Lightroom Classic ist weit überlegen – Luminar Neo ist eher ein Tool für den Workflow einzelner Bilder mit einigen Katalogoptionen nebenbei.
KI-Tools: Luminar Neo hat die Nase vorn bei kreativen KI-Funktionen wie dem Ersetzen des Himmels und automatisierten Verbesserungen.
Preis und Zugänglichkeit: Luminar Neo ist in der Anschaffung günstiger und anfängerfreundlich, während Lightroom mit einem Abonnement verbunden ist, aber weitaus mehr Tiefe bietet.
Kurz gesagt: Luminar Neo ist perfekt für Anfänger oder Fotografen, die schnelle, visuell beeindruckende Bearbeitungen wünschen. Lightroom bleibt der König für professionelle Arbeitsabläufe, detaillierte Bearbeitungen und vollständige Kontrolle.
Falls dieser Artikel dir geholfen hat, sag Bescheid — besonders, wenn du andere Erfahrungen mit Luminar Neo gemacht hast oder spannende Adobe-Alternativen kennst.
Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Beitrag.








