DxO als möglicher Lightroom-Konkurrent
Als nächstes steht DxO auf unserer Liste der potenziellen Lightroom-Alternativen. DxO ist ein Bildeditor, der in mehreren Punkten an Lightroom Classic erinnert. Es handelt sich um einen relativ günstigen Editor mit Festpreis, der verschiedene Zusatzpakete anbietet, um die Bedienung zu verbessern. Dazu gehören Film‑Pakete, Bearbeitungs‑Collections, erweiterte Geometrie‑, Form‑ und Perspektivtools, Raw‑Converter und natürlich der eigentliche PhotoLab‑Editor.
Für mich ist das schon mal ein Warnsignal: Es könnte ein Programm sein, das mit einem Kauf startet, aber später dazu drängt, weitere Pakete zu kaufen – ähnlich wie bei Luminar AI. Aber wir geben ihm trotzdem eine faire Chance.
Layout und Organisation
DxO ist in Bezug auf das Layout sehr schlicht. Es gibt im Wesentlichen nur PhotoLibrary und Customize als Hauptbereiche. Die Ordnerübersicht ist so einfach wie möglich, und die Projekt‑Tabs ermöglichen es, Arbeit zu organisieren und zu speichern.

Nicht die komplexeste, aber auch nicht die schlechteste: Bildnavigation in DxO.
Wenn du von Lightroom zu DxO wechselst, kann es Probleme geben, deine alte Bibliothek und Metadaten zu übertragen. DxO verwendet ein einzigartiges Sidecar‑Dateiformat, um Bearbeitungen und Metadaten zu speichern, was schnell überladen sein kann. Ein Ordner mit 500 RAW‑Dateien kann etwa 2.000 Dateien haben, sobald die DxO‑Daten zu bestehenden Metadaten von Lightroom oder Darktable hinzukommen. Das kann deinen Laufwerkplatz schnell vollpacken.
Module und automatische Bearbeitung
Beim Durchgehen der minimalen Ordneransicht fragt DxO häufig, ob du zusätzliche Module herunterladen möchtest, die auf deine Kamera- und Objektivkombinationen zugeschnitten sind. Das Programm kann auch viele grundlegende Anpassungen übernehmen – die Software wendet Änderungen automatisch an, es sei denn, du deaktivierst sie. Zu meiner Überraschung waren diese Bearbeitungen tatsächlich ziemlich gut. Das ist eine praktische Möglichkeit für Fotografen, die es nicht vermissen, ein wenig Kontrolle abzugeben.

Ganz solide Auto‑Bearbeitung sofort aus der Box – ein wirklich nettes Extra, bei dem viele Editoren tendenziell übertreiben, hier jedoch nicht.
Der Überblickstab jeder Fotoanzeige zeigt umfangreiche Informationen und erlaubt es, viele Metadaten zu bearbeiten, ohne überfordert zu werden. Das ist definitiv willkommen.
Bearbeitungstools
Im Customize‑Tab findest du viele von DxO’s intelligenten Automatisierungswerkzeugen, die für dich arbeiten. Funktionen wie Smart Lighting oder automatisches Denoising sind bereits vor Beginn der manuellen Anpassungen angewendet. Das ist toll, wenn du nicht stundenlang manuell Bilder bearbeiten möchtest.

DxO intelligente Anpassungen. ✨ Feinabstimmung von Farbe und Detail: Funktionsfähig auf Grundebene.
Wenn es um die Komplexität der Werkzeuge geht, bietet DxO die Basis, die du erwarten würdest: Kanalmischer, feine Farbkorrekturen, Denoising‑Tools und mehr. Es fehlt zwar die neueste oder fortschrittlichste AI‑Technologie, aber es ist nicht vernachlässigt.
Presets und der Marketplace
DxO fördert klar den Kauf von Preset‑Paketen. Da ich diese Packs noch nicht erworben habe, kann ich nicht wirklich von deren Qualität sprechen, aber ich gehe davon aus, dass sie mehr Vielseitigkeit bieten.
Als jemand, der lieber eigene Presets erstellt, fehlt DxO jedoch einige fundamentale Möglichkeiten in diesem Bereich. Es ist auch nicht ganz einfach, Presets zu importieren, was enttäuschend ist. Du kannst deine eigenen LUTs laden, aMeine alten Lightroom‑Presets zu sichern, wäre ein großer Pluspunkt gewesen.

Eine Menge Auswahl und zusätzliche Investition: Die zahllosen Pakete von DxO.
Positiv ist, wie bereits erwähnt, dass die von DxO generierten automatischen Bearbeitungen meiner Meinung nach sehr gut aussehen. Was mich jedoch stört, ist die ständige Erinnerung, zusätzliche Pakete zu kaufen. Im Customize‑Tab, wenn du durch die Tool‑Module scrollst, siehst du immer wieder eine Werbung für deren Film‑Pack. Dieses ständige Aufdrängen in mein Sichtfeld lässt das Ganze billig wirken und wirft die Frage auf, ob ich Geld für Software ausgegeben habe.
AI Tools und Masking
Die KI‑Tools und Maskierungsoptionen funktionieren ziemlich gut. Sie sind schnell, genau und flüssig zu bedienen. Die KI ist stark in der Ausführung, aber nicht besonders innovativ.
Trotzdem muss ich DxO für einen Punkt loben: die Software ist konsequent schnell und stabil. Das verschafft ihr allein einen Vorsprung gegenüber vielen Lightroom‑Alternativen. So flüssige Performance wünschte ich mir wirklich bei anderen Konkurrenten… oder Adobe: Vielleicht liegt das einfach an meinem Anwendungsfall, aber ich hatte das Gefühl, dass die Maskierung in DxO besser lief als in meiner lokalen Lightroom‑Installation.
Wenn du also keine Erwartungen orientiert an Adobes neueste generative AI‑Features hast, wirst du nicht enttäuscht sein.
Fazit
Aus dem bisher getesteten Programm könnte DxO tatsächlich der am rundesten erscheinende Konkurrent sein. Es lieftert nicht mehr als gedacht, aber in den Bereichen, in denen es arbeitet, tut es sich gut.
Es ist schnell, stabil und bietet ein gutes Spektrum an Bearbeitungsoptionen zu einem erschwinglichen Preis.
Nachteile sind:
- sehr grundlegende Bildbibliothek
- fehlende cutting‑edge KI‑Features
- begrenzte Tiefe bei komplexer Bearbeitung
- ständige Erinnerungen, zusätzliche DLCs und Pakete zu kaufen
- ein Preset‑System, das einschränkend wirkt
Wie bereits erwähnt, wirkt die vereinfachte Bildbibliothek ebenfalls begrenzt. Und das Fehlen tiefer, state‑of‑the‑art Bearbeitungstools hält das Programm daran, ein echter Ersatz für Lightroom oder Photoshop zu werden.
Also, obwohl es flüssig arbeitet, ersetzt DxO für mich noch nicht Adobe Lightroom oder Photoshop. Aber wenn du einen einfachen, zuverlässigen, schnellen Editor mit starker Auto‑Bearbeitung brauchst, der dich nicht in ein Abonnementmodell bindet, ist dies ein klarer Favorit.








