ACDSee als Konkurrent für Lightroom und Photoshop

ACDSee ist ein Fotoeditor, der versucht, den Konkurrenzkampf mit Adobe’s Lightroom und Photoshop aufzunehmen. Er ist extrem funktionsreich, mit einer breiten Palette von Werkzeugen, einem leistungsstarken Image-Management-System und vielen modernen KI-Funktionen. Aber ist er wirklich ein ernsthafter Konkurrent für Lightroom und möglicherweise auch Photoshop? Fast, er wäre perfekt, wenn nur ein großes Problem existieren würde: Und genau darum soll dieser Artikel gehen.
Bevor wir beginnen, wenn dich frägst, warum ich überhaupt nach Adobe-Alternativen suche, kannst du das im Blog-Post zu meinem ersten Konkurrenten Luminar Neo nachlesen.

Daten- und Image-Management

Photo Studio Ultimate, oder ACDSee, bietet ein detailliertes und komplexes Datenmanagement-System. Es ermöglicht die Bearbeitung verschiedener Metadaten und ist besonders nützlich für Tags und Beschreibungen. Meiner Meinung nach ist es fast genauso gut wie Lightrooms Metadaten-System und kommt sogar mit einem nützlichen Feature daher.

Es bietet einige zusätzliche Funktionen, die die meisten Lightroom-Alternativen nicht haben, wie z. B. automatische Gesichtserkennung. Dies kann man kritisch bewerten, angesichts von Bedenken hinsichtlich Datenschutz und was passieren könnte, wenn solche Informationen jemals außerhalb privater Zwecke verwendet werden. Das ist jedoch ein ganz anderes Thema und hinsichtlich der Bewertung dieses Editors nicht wirklich relevant, erstmal ist es ein recht praktisches Tool.

Praktisch überall, und ich bin mir nicht sicher, wie ich es beurteilen soll: Gesichtserkennung. Copyright: ACDsee.

Eine weitere spannende Funktion ist die Metadatenanalyse, die zeigt, welche Kameras, Objektive und Einstellungen am häufigsten verwendet wurden in der gesamten Bild-Datenbank. Ich hätte nie erwartet, dass ich das in einem Fotoeditor brauche, aber nachdem ich es gesehen habe, ergibt es voll und ganz Sinn. Es ist eine schöne Spielerei, die durchaus nützlich sein kann.
Insgesamt ist das Daten- und Image-Management in ACDSee gut organisiert, funktionsreich und sehr benutzerfreundlich.

Migration von Lightroom

Ein großer Vorteil ist die Möglichkeit, einen Lightroom Classic-Katalog zu importieren. Es importiert zwar nicht Ihre Bearbeitungen, sondern überträgt Metadaten, Bewertungen, Farben und Markierungen. Das kann aber einen großen Unterschied machen, wenn NutzerInnen eine große Lightroom-Bibliothek haben. Auf jeden Fall eine weitere nützliche Funktion. Von allen Software, die ich ausprobiert habe, hat keine die Migration von Lightroom so einfach gemacht: Es gab sogar eine Software, in der das schlichtweg nicht möglich war, was ein K.O.-Kriterium sein kann.
Als allgemeine Anmerkung: Es ist möglich, den Speichermechanismus von Lightroom für Metadaten innerhalb eines Katalogs auf XML-Dateien zu ändern, die zusammen mit den Bild-Dateien gespeichert werden, was die Migration zu jedem anderen Fotoeditor erheblich erleichtert, aber das nur als Anmerkung.

Bearbeitungsfunktionen

Was die Bearbeitung angeht, enttäuscht ACDSee nicht. Das Bearbeitungs-Layout ist sehr vertraut mit Lightroom. Wenn Sie mit der vereinfachten Benutzeroberfläche und der Modulstruktur von Lightroom vertraut sind, wird diese Software sich deutlich ähnlich anfühlen, ohne den Eindruck zu erwecken, dass es sich nur um eine Kopie handelt.
Es enthält viele der nützlichsten Funktionen von Lightroom und fügt gleichzeitig eigene Wendungen und Werkzeuge hinzu. Darüber hinaus erweitert es die Bearbeitungserfahrung mit KI-Tools. Sie sind nicht bahnbrechend, aber sie sind ausreichend für einen starken Konkurrenten für Lightroom.
Ein besonders nützliches Werkzeug ist der KI-gestützte Maskierungseditor, der automatisch Hintergründe, Gesichter, Augen und andere Elemente maskiert. Das ist zwar keine Revolution, aber es ist definitiv etwas, das viele andere Editoren ohne Kauf nicht bieten.

Automatische Maskierung, keine Revolution, aber eine nette Ergänzung. Copyright: ACDsee

Preisgestaltung

Lasst uns nun über die Preisgestaltung sprechen. ACDSee Photo Studio ist mit einem festen Kaufpreis erhältlich. Ich habe die Ultimate-Version erworben, die einen Videobearbeiter und ein Photoshop-ähnliches Tool enthielt, für ca. 120 Euro. Das ist eine Einmalzahlung.
Das ist ein großartiges Angebot, wenn man bedenkt, dass Lightroom und Photoshop etwa 240 Euro pro Jahr kosten, je nachdem, ob man einen guten Deal bekommt. Da meine Version sogar einen Videoeditor enthielt, kann man da gar nichts sagen.

Natürlich wird auch ein Abo Modell angeboten, was ziemlicher Standard für die meiste kreativ Software heutztage ist. Kauft man die Software mit einer unbegrenzten Lizens bekommt man keinen Cloud Speicher und die meisten KI-Features sind auf ein Jahr begrenzt, was verständlich ist, bedenkt man, dass Rechenleistung von Servern für diese Generationen gebraucht wird… natürlich gäbe es auch die Möglichkeit diese Prozesse lokal auf dem eigenen Rechner laufen zu lassen, aber komischerweise haben die meisten Software Herrsteller in diesem Bereich nicht das größte Interesse daran.

Leistungs Probleme und Bugs

Wer bis hierher gelesen hat wird sich wahrscheinlich fragen, was ist denn nun eigentlich das Problem mit ACD? Klingt wie ein fantasttischer Ersatz für Lightroom und Photoshop – leider müssen wir an diesen Punkt zum wohl größten Schwachpunkt des Bildbearbeitungsprogramm kommen und das ist die Performance.

In der ersten Stunde, hat mich ACDSee komplett überzeugt, ich war begeistert, allerdings ging es danach steil bergab: Ruckler, Abstürzte, laaangsame Ladezeiten und das nicht nur auf einem Gerät sondern auf zwei unterschiedlichen Testgeräten. Zum Schluss hin war die Software kaum nutzbar.

Leider kein neues Erlebnis für mich, ich habe der Software schon vor Jahren die Chance gegeben und dassselbe Problem gehabt. Ich hatte ein wenig gehofft, dass die 2026 Version besser läuft – es war nicht der Fall.

Mögliche Ursachen

Ich kann es mir nicht einfach erklären, zum Teil vermute ich dass gerade diese cleveren “AI” features die ständig im Hintergrund laufen auf die Hardware starte auswirkungen haben könnten.
Es kann natürlich auch sein, dass die Software auf einen sehr alten Gerüst aufgebaut wurde und über die Jahre mehr und mehr Features draufgestapelt wurden. Ich kenne das auch von Adobe: Ich habe angefangen mit Lightroom zu arbeiten im Jahr 2019, seitdem hat sich sowohl mein Computer und später auch mein Laptop in ihrer Leistung verdoppelt bis verdreifacht und trotzdem, läuft Lightroom mit jedem neuen Update und neuen Feature schlechter und schlechter.

Dementsprechend gehe ich entweder von schlechter Software Optimierung aus. Ich bin kein Entwickler oder IT-Profi, daher möchte ich niemanden kritisieren, ich bin mir sicher in dieser Software, mit all ihren Features und Updates steckt viel Herzblut und Genialität, besonders da es nicht von einen Konzern wie Adobe gebaut wurde und trotzdem mit Neuerungen ankommt, die niemand anderes bisher integriert hat.

Trotzdem kann ich leider den Editor nicht empfehlen, schlicht weil er nicht auf meinen System(en) gut läuft.

Es liegt nicht an der Hardware

Bevor der Gedanke aufkommt, mein Computer sei das Problem:
* Mein Laptop hat 64 GB RAM und eine Nvidia 4060
* Mein Desktop-PC hat eine GeForce 2060, 32 GB RAM und eine schnelle Festplatte
Das sind zwar keine High-End-Maschinen, aber sie schaffen es locker, auch anspruchsvolle Programme zu nutzen. Wenn euer Computer aber deutlich besser ausgestattet ist, vielleicht klappt es dann auch mit der Software.

Ich habe gelesen, dass sie eine neuere, schnellere Mac-Version rausbringen, vielleicht ist die ja besser optimiert.

Fazit

Ich hoffe wirklich, dass die zukünftigen Versionen die Probleme beheben. Wenn das Programm flüssig läuft und schnell reagiert, wäre das für mich die perfekte Alternative zu Lightroom oder Photoshop. Aber so wie es jetzt ist, ist die schlechte Performance einfach nicht zuverlässig genug für den professionellen Gebrauch Ich finde ja, dass Lightroom auch nicht die schnellste Software ist, aber sie läuft einfach etwas besser.

Das heißt, ein weiteres Programm fällt jetzt aus dem Rennen. Nur noch ein paar sind übrig, die ich noch checken muss. Und keine Sorge: Ich behalte die besten für das Ende auf, also freut euch auf die nächste mögliche Lightroom-Alternative. Die wird euch vielleicht überraschen.”

Zusammenfassung und Vergleich mit Lightroom Classic

ACDSee Photo Studio Ultimate bietet:
Starkes Metadaten-Management
Automatische Gesichtserkennung
Statistiken zur Verwendung von Kameras und Objektiven
Vertrautes Bearbeitungsworkflow
Solide KI-basierte Maskierungswerkzeuge
Eine sehr attraktive Einmal-Kauf-Option
Aber all dies wird durch ein großes Problem überschattet: Schwere Leistungsprobleme: langsames Laden, Einfrieren, Instabilität und Abstürze nach kurzer Nutzung.
Lightroom Classic hingegen:
• Läuft zuverlässiger auf der gleichen Hardware
• Kann große Kataloge ohne allzu schnellen Leistungsabfall verarbeiten
• Lädt Vorsichten und Bearbeitungen schnell
• Bleibt in längeren Bearbeitungssitzungen stabiler
Also, obwohl ACDSee auf dem Papier ein starker Konkurrent aussieht, gewinnt Lightroom Classic in der Praxis klar. ACDSee hat die Funktionen, aber nicht die Stabilität, die für professionelle oder anspruchsvolle Arbeitsabläufe erforderlich sind.